Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Kirche Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Gedenkbuch

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & des Männerlagers im KZ Ravensbrück

Max Hans Lewens

Gedenkbuch Hans Lewens Geboren am: 04.12.1887
Geburtsort: Hamburg
Ermordet am: 19.01.1941
Beisetzungsort: ⟩  Begräbnisstätte und Erinnerungsort auf dem Friedhof Altglienicke

Ein Schriftzug auf der Glaswand der Erinnerungen erinnert an

Schriftzug Hans Lewens

Verlegeort: ⟩ 22609 Hamburg, Jakobstraße 19
Initiator: keine Angaben!
Zum Lebensweg: Über Max Hans Lewens ist wenig bekannt. Er war in Hamburg Hausdiener, dann Putzer bei der ⟩ Mitropa (Speise- und Schlafwagengesellschaft).

Vom 2. Dezember 1936 bis zum 9. Januar 1937 war er im ⟩  KZ Fuhlsbüttel inhaftiert. 1937 ist Walter Sammet sein Untermieter.
Walter Theodor Sammet (* 8. April 1907 Altona 27. November 1944 in Kriegsgefangenschaft im Raum ⟩ Baranowitschi in Russland.)

Walter Sammet gehört zu den straffällig gewordenen Homosexuellen, über die es keine Strafjustizakten mehr gibt. Lediglich eine Gefangenenkarteikarte enthält spärliche Hinweise auf sein Schicksal.

Der aus Altona stammende Arbeiter und Kraftfahrer Walter Sammet wurde am 16. März 1937 vom Amtsgericht Hamburg zu einer 4-monatigen Freiheitsstrafe wegen Vergehens nach § 175 RStGB verurteilt. Bis zum 16. Juli 1937 verbüßte er die Haft im Strafgefängnis Fuhlsbüttel.

Am 1. Juli 1941 wurde er zum Wehrdienst bei der 3. Kompanie Landschützen-Ersatz-Bataillon 10 in Lüneburg eingezogen. Zuletzt war er Obergefreiter bei der 390. Feldausbildungs-Division in Mittelrussland.

Für Walter Sammet befindet sich in ⟩ 20359, Hamburg Annenstraße 4 ein Stolperstein,
Im Februar 1937 wurde Hans Lewens durch das AG Hamburg zu 8 Monate Gefängnis wegen fortgesetzten Vergehen nach § 175 RStGB (i.d.F. 1881 und 1935) verurteilt, am 31. Juli 1937 wurde er aus der Haft entlassen.

Es folgte eine nächste Verurteilung im Juli 1939, 1 Jahr Gefängnis gegen fortgetzten Vergehens nach "§ 175. Bis zum 13. Mai 1940 war er im ⟩ Strafgefängnis Glasmoor.

Sein Zugang im KZ Sachsenhausen ist unbekannt. Am 19. Januar 1941 um 6:00 Uhr wurde er dort ermordet, seine angebliche Todesursache wurde mit "Akute Herzschäche" angegeben.

Seine Leiche wurde am 04.06.1941 (?) eingeäschert, die Urne Nr. 1017 wurde auf dem ⟩  Städt. Friedhof, Berlin-Altglienicke, Schönefelder Chaussse 100, im Urnen-Sammelgrab, Abteilung U1/U2 Nr. 730 vergraben.

Autoren: Bernhard Rosenkranz †, Ulf Bollmann, Gottfried Lorenz ⟩  »Homosexuellen Verfolgung in Hamburg 1919 - 1969, Lambda Editions Verlags-, Druck- und Vertriebsges. mbH Hamburg, 2009, S. 232, 252
Siehe auch: Stolpersteine in Hamburg ⟩ www.stolpersteine-hamburg.de

Fußnoten:
 KZ Sachsenhausen 1936 - 1945: ⟩ Internet-Totenbuch
 Arolsen Archives, Sterbebucheintragungen über verstorbene Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen ⟩  Signatur 10010439
 Arolsen Archives, Listenmaterial Sachsenhausen Arbeitskopien Ordner 41 ⟩  Signatur 11381000045
 Arolsen Archives, Listenmaterial Sachsenhausen Arbeitskopien Ordner 1 ⟩  Signatur 11381000001