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»RosaWinkelGedenkbuch« Louis Schild |
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Geboren am: | 02.02.1880 |
| Geburtsort: | Dortmund | |
| Ermordet am: | 18.11.1935 | |
| Verlegeort: | 〉 Essen, Steinstraße 1 | |
| Initiator: | ||
| Zum Lebensweg: |
Louis Schild stammte aus einer angesehenen jüdischen Familie.
Sein Vater Solomon wurde am 16. November 1849 geboren, seine Mutter Bertha geb. Bacharach.
Er hatte 2 Geschwister: Otto (1879-1949, er war Mediziner) und Anne Grüntal geb. Schild (1883-1960).
Louis Schild, Mitte 50, war mit etwa 1,55 Metern ein kleiner Mann und sah für sein Alter schon recht verbraucht aus; vermutlich hatte er schon als Kind eine schwere Erkrankung gehabt und war von dieser gezeichnet. Er hatte ein ausgeprägtes Faible für jüngere Männer. In einem Automatenrestaurant in der Essener Innenstadt suchte Louis Schild Kontakt zu ihnen.
Foto: 🔎 Aus der Gestapoakte von Louis Schild; Arolsen Archives, 〉 DocID 129590059 Am 26. August 1935 lud er den 16-jährigen Max F. vom Essener Bahnhof in seine Wohnung ein. Ende August 1935, wenige Tage bevor am 1. September 1935 die 〉 Gesetzesverschärfung des § 175 in Kraft trat, denunzierte ein Nachbar Louis Schild – er lebte in einer größeren Wohnung, deren einzeln abgeteilte Zimmer von alleinstehenden Herren bewohnt wurden. Aufgrund der dünnen Wände und des gemeinsamen Flurs gab es hier eine starke soziale Kontrolle. Die Polizei begann wieder, gegen ihn zu ermitteln. Wieder konnte sie nichts finden und wieder stellte sie die Ermittlungen aufgrund fehlender Beweise ein. Doch die Essener Gestapo, die anders als die Polizei nicht an rechtsstaatliche Normen gebunden war, nahm Louis Schild sofort in Schutzhaft – was das Gegenteil von dem bedeutet, was das Wort eigentlich aussagt – und versuchte, ihn ins KZ einzuweisen. Erstaunlicherweise konnte er noch Einspruch einlegen, was aus seiner Gestapo-Akte hervorgeht. Auch sein Bruder, der Arzt war, unternahm offenbar mehrere Versuche, Louis Schild dort herauszuholen. Doch die Gestapo war in diesem Fall wahrscheinlich besonders erbarmungslos, weil Louis Schild aus Sicht der Nazis in gleich zweierlei Hinsicht nicht Teil der Volksgemeinschaft war – als Jude und als schwuler Mann. Sie verschleppten Louis Schild ins KZ Esterwegen im Emsland. Die Häftlinge von Esterwegen wurden ins Moor herausgetrieben, um dort Zwangsarbeit zu verrichten. Sie mussten Torf stechen. Für einen kleinen und gesundheitlich ohnehin angeschlagenen Mann wie Louis Schild war das eine unheimlich schwere Arbeit, weil der Torf nass und schwer war. Um ins Moor zu gelangen, mussten die Häftlinge Wasserläufe überwinden, die der Entwässerung dienten. Über diese führten schmale Balken; um nicht ins Wasser zu fallen, stützten sich die Häftlinge untereinander. Schwule Geschichte nähergebracht: Louis Schild – Dokumentation vom Arbeitskreis Schwul-lesbische Geschichte in Dortmund Louis Schild wurde dies jedoch verweigert, und er fiel ins Wasser. Er versuchte herauszukommen, wurde jedoch von einem SS-Schergen immer wieder hineingestoßen. Bei diesem handelte es sich um 〉 Gustav Hermann Sorge (1911–1978), genannt „Der Eiserne Gustav“. Er war ein deutscher SS-Hauptscharführer und verurteilter Kriegsverbrecher, der für seine extreme Grausamkeit in verschiedenen nationalsozialistischen Konzentrationslagern berüchtigt war. Sorge ist besonders als grausamer Exzesstäter des KZ Sachsenhausen bekannt, wo er ständig Häftlinge misshandelte und für zahlreiche Tötungen verantwortlich war. Als Arbeitsdienst- und Rapportführer sorgte er zudem für die Brutalisierung seiner Untergebenen. Das Quälen im Wasser ging eine Zeit lang so weiter, bis Louis Schild schliesslich doch herausdurfte. Es wurde ihm jedoch nicht erlaubt, seine Kleidung zu wechseln oder sich am Feuer zu wärmen, an dem die SS-Männer saßen. Es war Mitte November, also nicht nur nass, sondern auch extrem kalt. Kurze Zeit später traten bei ihm Verwirrtheitszustände auf, womöglich begleitet von hohem Fieber. Am nächsten Morgen war er tot. »Schild, Louis geboren am 02. Februar 1880 in Dortmund/Westfalen |
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Quellen:
• Gedenkstätte Esterwegen, "Die Toten der emsländischen Konzentrations- und Strafgefangenenlager 1933-1945" 〉 Online-Gedenkbuch • Louis Schild in 〉 MyHeritage Stammbäume • Arolsen Archives, Inhaftierungsdokumente, Lager und Ghettos, Emslandlager (Papenburg), Listenmaterial Papenburg: Gestapoakte für Louis Schild, Signatur 1.1.34.1 〉 DocID 129590050 und folgende DocID. • Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 - 1945 〉 Bundesarchiv • »Schandfleck deutscher Geschichte«, 〉 MANNSCHAFT, 06. Juni 2026 oder weil Mannschaft.com erscheinen eingestellt hat als *.pdf • Sebastian Weitkamp, Gedenkstättenforum, Jüdische Häftlinge und antisemitische Gewalt in den frühen Konzentrationslagern im Emsland 1933–1936, 〉 Gedenkstättenrundbrief 202,S. 13-22, (pdf) • Ralph Giordano, Rede am 28. April 1989 in Wiesbaden 〉 Oberstufengymnasium Carl-von-Ossietzky (pdf) • Dirk Lüerßen: „Wir sind die Moorsoldaten“: Die Insassen der frühen Konzentrationslager im Emsland 1933 bis 1936. Dissertation, Universität Osnabrück 2001, S. 218, 219. Das Werk ist als Open-Access-Dokument über den 〉 osnaDocs-Server der Universität Osnabrück frei digital abrufbar. |
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